Veranstaltung am 26.02.2020
3. Investoren-Dialog Pflege

Reformvorhaben und Zukunftsstrategien: Wie lässt sich die Attraktivität der Pflegebranche erhöhen?

In Kooperation mit unseren Partnern – der HypoVereinsbank, den Unternehmerverbänden Niedersachsen e.V. und CARE Invest – veranstaltete LW.P Lüders Warneboldt am 26. Februar 2020 den dritten Investoren-Dialog Pflege. Großes Thema diesmal: „Die Zukunft der Pflegebranche – welche Strategien sind jetzt gefragt?“

Die Schalterhalle der HypoVereinsbank in Hannovers Innenstadt war wieder bis auf den letzten Platz besetzt, denn interessante Gäste hatten auf dem Podium Platz genommen: Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Prof. Dr. Martina Hasseler, Annette Baumert, Dr. Yazid Shammout und Dipl. Oec. Oliver Warneboldt.

Der Niederlassungsleiter der HVB, Sandro von Korff, begrüßte als Hausherr die Gäste.

Impulsvortrag: Aktuelle Reformvorhaben der Bundesregierung und ihre Auswirkungen

Die Grundlage für die Diskussion legte Staatssekretär Andreas Westerfellhaus in seinem Impulsvortrag über die „Pflege am Scheideweg“, indem er die aktuellen Reformvorhaben der Bundesregierung und ihre Auswirkungen auf die Praxis erläuterte.

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung ging beim Thema Fachkräftemangel auf fünf Punkte besonders ein:

  • Anforderungsprofil des Pflegepersonals: benötigt würden zufriedene, qualifizierte und engagierte Kräfte („keine Diskussion über Köpfe, sondern um Prozesse“)
  • Berufsbild Pflegefachmann/-frau (neues Berufsbildungsgesetz)
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen
  • Digitalisierung zur Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • tarifliche Entlohnung – „faire Löhne für eine wertvolle Tätigkeit“

Lebhafte Diskussion

Vanessa Krukenberg führte die Podiumsgäste anschließend durch eine sehr lebhafte und spannende Diskussion, in der sich die Vielfalt der Ansätze als Strategien für die Zukunft der Pflegebranche widerspiegelte.

Besonders nachdrücklich wurde auf den weltweiten Pflegekräftemangel als gesamtgesellschaftliches Problem hingewiesen. Einig waren sich die Gäste über die Notwendigkeit zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen hinsichtlich der Attraktivität der Arbeitsplätze. Es fehle nicht nur an Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung, sondern auch an schnellen und möglichst einfachen Verfahren, die Qualifikationen ausländischer Pflegekräfte hierzulande anzuerkennen.

Außerdem mangele es an Wertschätzung für den Pflegeberuf, sowohl von gesellschaftlicher als auch von staatlicher Seite aus, was z. B. die Diversifizierung des Berufsfeldes dringend erforderlich mache.

Die Zahl der Ausbildungsplätze sollte um deutlich erhöht und vor allem besetzt werden.

Investoren spielen wichtige Rolle

Weiterhin maßen die Diskussionsteilnehmer Unternehmern in der Pflegebranche hinsichtlich ihrer Rolle und Relevanz eine große Bedeutung bei. Die weitreichende Kontrolle und die Auflagen von staatlicher Seite in vielen Bereichen der Pflege wurden hinterfragt. Vielmehr betonten die Podiumsgäste die Notwendigkeit, die Selbständigkeit der Unternehmer zu stärken und mehr Übernahmen von Chancen und Risiken zuzulassen. „Dementsprechend sollten auch Pflegesatzverhandlungen fair gestaltet und das unternehmerische Risiko entsprechend berücksichtigt werden“, so Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Oliver Warneboldt (LW.P Lüders Warneboldt).

Zu den Wünschen der Teilnehmer – Öffnung der Politik, Wertschätzung der Pflege und gemeinsames Anpacken der bestehenden Reformvorhaben – wurde im Anschluss noch lange lebhaft weiter diskutiert sowie Meinungen, Erfahrungen und Ideen ausgetauscht.

Wir danken allen Gästen für ihr Kommen!

Heike Thiel